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Autoren-Interviews

Saskia Berwein Der Autor
Saskia Berwein wurde 1981 in der Nähe von Frankfurt am Main geboren. In Frankfurt absolvierte sie eine Ausbildung zur Justizfachangestellten. Ihre Liebe zum Lesen führte zur Entstehung ihres ersten eigenen Romans.
Saskia Berwein wohnt mit ihrem Lebensgefährten in Mühlheim am Main.
Wann hast du die besten Ideen?
Dann, wenn mein Kopf ganz unbefangen und entspannt auf Wanderschaft gehen kann: Unter der Dusche und kurz vorm Einschlafen im Bett. Da entstehen dann manchmal aber auch recht verrückte Ideen.
Was inspiriert dich zum Schreiben?
Unendlich vieles. Erlebnisse, Ereignisse des Tagesgeschehens, Begegnungen, Sachbücher, Literatur, Filme, Musik, … Glücklicherweise war ich bisher nicht in der Verlegenheit, mir gezielt Inspiration suchen zu müssen.
Wurden Ereignisse oder Personen aus deinem eigenen Leben eingearbeitet?
Mein Umfeld und meine Erlebnisse beeinflussen mich selbstverständlich und somit fließen auch Ereignisse und Personen mit in meine Texte ein. Allerdings mache ich das nur in ganz seltenen Fällen bewusst, so haben beispielsweise die Katzen meiner Freundin und meiner Nachbarn für Gaja, die Katze meiner Ermittlerin, Pate gestanden. Das meiste fällt mir aber selbst erst beim zweiten oder dritten Korrekturlesen auf.
Sollen deine Bücher eine bestimmte Botschaft übermitteln?
Nein, ich habe keine bestimmte Botschaft und fände es auch schwierig, diese zu vermitteln. Sicherlich steckt die eine oder andere unterbewusste Nachricht zwischen den Zeilen, doch ob und welche dies ist, ist von Leser zu Leser sicherlich unterschiedlich. Jeder Mensch blickt auf ganz verschiedene Erfahrungen zurück, verfügt über unterschiedliches Wissen – zu einem Buch existieren deshalb vermutlich so viele (unterbewusste)Interpretationen wie Leser.
Wie viel Zeit vergeht, zwischen einer Idee und der Fertigstellung eines Buches?
Von der Idee bis hin zum fertigen Manuskript zwei bis drei Monate, manchmal auch kürzer. Von der Abgabe des Manuskripts bis zum Erscheinen vergeht dann in der Regel noch einmal ein halbes Jahr.
Gibt es Momente, in denen man gar keine Ideen mehr hat, oder Schreibunlust?
Gar keine Ideen eher nicht, denn Ideen sprudeln eigentlich immer, nur brauchbar sind sie nicht immer. ;-) Schreibunlust, ja, leider schon. Manchmal ist gerade nicht die richtige Zeit zum Schreiben. Blockaden lösen sich aber meist irgendwann wieder von selbst und erzwingen bringt bei mir nichts. Nach Plan konnte ich noch nie schreiben.
Muss ein bestimmter Gegenstand immer beim Schreiben dabei sein?
Zwangsweise wohl mein Notebook, denn ich schreibe ausschließlich am PC. Etwas zu trinken steht auch immer in Reichweite. Hm, noch etwas? Ich glaube, nicht …
Wie gehst du mit negativen Rezensionen oder Meinungen um?
Das kommt auf den Gehalt der Rezension an. Es gibt durchaus sehr gut geschriebene, begründete Kritik, die für mich durchaus auch wichtige und nützliche Hinweise enthält. Durch objektiv geäußerte Kritik kann ich mich als Autorin weiterentwickeln. Auch finde ich es immer wieder interessant, wie unterschiedlich Meinungen und Wahrnehmungen sein können. Geschmäcker sind verschieden – und das ist gut so! Manchmal trifft man den Geschmack eines Lesers eben nicht, was schade ist, aber damit muss ich leben. Es gibt natürlich auch Rezensionen, davon aber doch sehr, sehr wenige, die mich recht ratlos zurücklassen. Wenn ich mich als Autor fragen muss, welches Buch derjenige eigentlich gelesen hat, ob die Rezension vielleicht falsch platziert wurde, dann hilft nur ein Schulterzucken.
Könntest du dir vorstellen, in einem komplett anderen Genre ein Buch zu veröffentlichen?
Nicht nur vorstellen, ich würde es sehr gerne. Ich habe jede Menge Ideen, ein fertiges Fantasy-Manuskript in der Schublade. Leider ist meine Zeit beschränkt und im Moment konzentriere mich auf die Spannungsliteratur.
Beschreibe dich in 5 Worten
Kreativ, Ungeduldig, Perfektionistisch, Nachdenklich, Chaotisch
Welches Buch liest du gerade?
Ehrlich, ich habe darüber nachgedacht, zu lügen und mir einen guten Krimi aus dem Regal zu picken, so, wie sich das für eine Thriller-Autorin gehört. Aber warum eigentlich? Meine aktuelle Lektüre geht schließlich auf die Leserunde zu „Todeszeichen“ bei der Leser-Welt zurück, wo wir viel über Bücher diskutiert haben, und sogar die Idee für eine Leserunde zu diesem Buch aufkam. Ich lese gerade „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche.