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Autoren-Interviews

Erasmus Herold Der Autor
Erasmus Herold wurde 1969 in Bonn-Beuel geboren. Aufgewachsen in Paderborn, wohnt er heute in Stromberg, ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Nach dem Fachabitur und einer Ausbildung im kaufmännisch, EDV-technischen Bereich, arbeitete er als Datenverarbeitungskaufmann in Paderborn, später in Gütersloh. Derzeit arbeitet Herold in einem mittelständischen Unternehmen als IT-Leiter. Bereits in jungen Jahren schrieb Erasmus Herold Berichte für ortsansässige Computermagazine, machte sich später mit dem Programmieren von OnlineSpielen (darunter Space-Intrusion.de) einen Namen. Im Oktober 2009 erschien sein Debütroman Krontenianern - Rendezvous am Bogen, ein spannender Zukunftskrimi. Beim deutschen Science Fiction Preis 2010 wurde er nominiert und erlangte mit seinem Debütroman Platz 5. Ende 2012 hat Erasmus Herold seinen WestfalenKrimi "Und ich vergebe dir nicht" im CW Niemeyer Verlag, Hameln, veröffentlicht.
Wann hast du die besten Ideen?
Die ausgefallensten Ideen kommen mir in den Sinn, wenn ich vollkommen abschalten kann. Dazu gehören Tätigkeiten wie Rasenmähen oder auch Joggen. Hört sich lustig an, aber in der Tat sprudeln die Einfälle dann nur so über. Eine Pause beim Mähen ist für mich völlig normal, Ideen wollen notiert werden :-)
Was inspiriert dich zum Schreiben?
Der Alltag. Häufig sind es Dinge, die man tagtäglich beobachtet. Daraus entwickelt sich dann so ein „was wäre wenn?“ … Was wäre, wenn die gerade gesehene Situation zwischen den beiden Menschen eskaliert wäre und … So finden sich in meinen Büchern auch viele Dinge, die die Leser auf ihr eigenes Hier und Jetzt reproduzieren können.
Wurden Ereignisse oder Personen aus deinem eigenen Leben eingearbeitet?
1. Das Leben schreibt meine Geschichten, was wir erleben oder durchlebt haben ist glaubwürdig und nachvollziehbar. Der Leser will Authentizität. 2. Wenn ich Personen in meinen Krimis beschreibe, habe ich dazu immer reale Personen aus meinem privaten Umfeld oder aus Film und Fernsehen vor Augen. Das hilft, dass die Protagonisten zum Ende einer Geschichte immer noch der Person vom Anfang gleichen. Gleichwohl, niemand wird sich je in meinen Bücher wiedererkennen :-)
Gibt es Vor- und Nachteile des Autorenlebens?
Autor zu sein ist kein Hobby, es ist Leidenschaft. Und was gibt es schöneres seine wenige verbleibende Freizeit mit etwas auszufüllen, dass ihm große Freude bereitet? Neben der hauptberuflichen Tätigkeit (IT-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen für Damenoberbekleidung) und meiner Familie (Frau und zwei Töchter) schließt sich das Autorenleben an. Das ist toll, reduziert jedoch die verbleibenden Hobbys.
Sollen deine Bücher eine bestimmte Botschaft übermitteln?
Da gibt es verschiedene Ansätze. Zu einen mag ich es, Probleme zu verarbeiten, die allen Menschen in ihrem Leben begegnen und die sie beschäftigen. Auch die Protagonisten (dazu gehören auch die ermittelnden Kommissare) sind Menschen, wie du und ich. Das sollen und müssen sie sein, damit der Leser sich mit diesen Personen identifizieren kann. Darüber hinaus bin ich ein positiv denkender Menschen. Meine Bücher sollen wiederspiegeln, dass es häufig eine Lösung oder Hoffnung gibt. Dennoch, ich hänge keinesfalls an meinen Darstellern und seinen sie noch so wichtig. Wenn eine Geschichte verlangt, sie zu opfern, dann tue ich das. Auch so ist das Leben :-)
Hast du ein bestimmtes Vorbild?
Ich mag die langsamen, ausführlichen und intensiven Krimis der französischen Autorin Fred Vargas. Sie schreibt einfach toll. Spannend hinter diesem Namen finde ich den Gedanken, dass die Autorin glaubte, womöglich als weibliche Autorin weniger erfolgreich zu sein und so anstatt Frederike das männliche Pendant Fred wählte. Die „dritte Jungfrau“ ist als Einstieg in französische Krimis einfach lesenswert.
Welches ist dein Lieblingsbuch aus der eigenen Feder?
Ich glaube, dass „Und ich richte ohne Reue“, mein neuster Krimi der Ende August 2014 erscheinen wird, das stärkste Buch sein wird. Die Story ist sehr dicht und spannend. Bedient durch zwei verschiedene Geschichtsstränge hastet der Leser zwischen beiden Handlungsorten hin und her. Kurzweilig mit überraschendem Ende. Ich bin sehr gespannt, ab welcher Seite der Leser eine echte Spur auf den Täter aufnimmt und erkennt, wie der gesamte Fall zusammengehört. Spuren und Hinweise gibt es genug.
Gibt es Momente, in denen man gar keine Ideen mehr hat, oder Schreibunlust?
Absolut. Wenn ich auf meinen Lesungen erzähle, dass ich manchmal ein oder zwei Wochen gar nicht schreibe, während ich einen neuen Krimi entwickle und dass mir in dieser Zeit auch nichts fehlt, dann schauen die Zuhörer immer ungläubig. Ich finde Zeitdruck schadet einer guten Geschichte, die muss reifen und sich entwickeln. In anderen Phasen bin ich dann wieder um so aktiver.
Muss ein bestimmter Gegenstand immer beim Schreiben dabei sein?
Eigentlich nicht, ein Maskottchen brauche ich nicht. Gelegentlich höre ich bestimmte Musik. Beim Schreiben jedoch keine deutschen Texte. Bei Liedern in eigener Sprache habe ich den Eindruck abgelenkt zu werden, ich suche eher nach Gedudel im Hintergrund.
Beschreibe dich in 5 Worten
=> puh (das war wohl das erste Wort) => zielstrebig (bei Dingen, die mich interessieren) => pünktlich (ich verstehe es selten, warum jemand zu spät kommt. Das ist eine Frage der Einstellung) => Familienmensch (ich mag es mit Frau und Kindern unterwegs zu sein) => Geschichtenerzähler (virtuelle Welten zu erschaffen und Leser gefangen zu nehmen ist einfach großartig)