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Autoren-Interviews
Buch-Cover Unmensch
Sönke Hansen
Dem Journalisten Mark Dorn bietet sich die einmalige Gelegenheit, einen Serienkiller auf der Jagd zu begleiten. Doch die Sache eskaliert. Plötzlich klebt auch an Marks Händen Blut. Kann er den mordenden Unmenschen noch aufhalten? Will er es überhaupt?
Verlag: Amrun Verlag
ISBN: 978-3944729572
Jessi's Bewertung: starstarstarstarstar

Sönke Hansen Der Autor
Das Dunkel der Welt erblickte Sönke Hansen 1980 in Schleswig Holstein. Seine Jugend verbrachte er an der Eastcoast, in dem malerischen Städtchen Eckernförde.
Aktuell lebt und schreibt er in Ochtendung, einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz.

Mehr über den Autor erfahren unter www.soenke-hansen.de
Stell‘ dich den Lesern bitte vor
Meine Name ist Sönke Hansen, ich bin ein großer Fan von Horror aller Genres und Facetten, egal um welches Medium es sich handelt. Aber ich bevorzuge Bücher, denn ich liebe außerdem das Schreiben. So habe ich mehrere Kurzgeschichten, Novellen und Romane geschrieben, die inzwischen auch veröffentlicht werden.
Was oder Wer inspiriert dich zum Schreiben?
Früher waren es vor allem andere Schriftsteller. Ich wollte das, was die machen, auch können. Ganz besonders festgebissen habe ich mich an den Schriftstellern, bei denen ich nicht verstanden habe, wie sie schreiben. Es gibt welche, bei denen man bei aller Analyse einfach nicht hinter das Geheimniss ihres Stils kommt. Stephen King ist so ein Fall, oder Jack Ketchum. Weiß der Teufel, wie sie das machen, was sie da machen, ich hab's bis heute nicht kapiert. Diesen Autoren haftet für mich etwas Mystisches an, etwas, das ich nicht enträtselt kriege. Deswegen habe ich immer ganz besonderen Spaß daran, ihre Geschichten zu lesen. Heute gehe ich das Schreiben lockerer an. Ich weiß grob, wie es funktioniert. Daher sind es inzwischen meist Erlebnisse, die mich inspirieren, weil sie mich einfach nicht mehr loslassen. Das dient auch dazu, mein näheres Umfeld vor meinem Gequasel zu den wildesten Themen zu bewahren. Wenn ich mich erstmal festgebissen habe, kann ich eine echte Nervensäge sein. Es gibt aber auch Fälle, bei denen ich selbst nicht weiß, wie ich auf die Idee gekommen bin.
Worum geht es in „Unmensch“?
Um den Journalisten Mark Dorn, der die Gelegenheit erhält, einen Serienkiller auf der Jagd zu begleiten. Die Opfer des Serienkillers sind selbst Gewaltverbrecher, meistens Vergewaltiger oder Pädophile. Und Mark Dorn gerät mehr und mehr in eine Zwickmühle zwischen Gesetz und Moral. Die Idee dazu stammt aus einer dieser Unterhaltungen, der eine Nachricht über ein besonders grausames Gewaltverbrechen vorausgeht. Die liebsten Menschen wollen dann auf einmal unvorstellbare Dinge mit Vergewaltigern, Tierquälern oder Pädophilen machen. In Unmensch erhält der Leser die Gelegenheit, einem Serienkiller bei der Jagd auf eben jene Gewaltverbrecher über die Schulter zu schauen.
Wie genau entstand die Idee zum Cover „Unmensch“?
Ich kannte Kevin Watzlawik von der Arbeit her. Ich fragte ihn, ob er nicht Interesse hätte, ein Cover zu entwerfen, und er war sofort Feuer und Flamme. Nachdem ich ihm eine kurze Inhaltsangabe gegeben hatte, entwarf er einige Skizzen. Davon stach eine ganz besonders hervor. Auf seinem Blog zeigt er übrigens Schritt für Schritt - von der Skizze bis zum fertigen Bild - wie es entstanden ist: http://kevinwatzlawik-art.tumblr.com
Gibt es für dich Vor- und Nachteile des Schreibens?
Wenn ich eine Idee zu einer Geschichte habe, schreibe ich sie auf. Wenn ich ein bestimmtes Bild im Kopf habe, schreibe ich es nieder. Wenn ich etwas seelisch verarbeiten muss, schreibe ich darüber. So verstopft nichts im Kopf, und ich glaube, das ist eine gute Sache. Es ist allerdings nicht so, dass ich wirklich eine Wahl habe. Ich muss schreiben. Sonst werde ich bekloppt.
Wie fängst du eine Geschichte an? Planst du sie vorher komplett durch, oder lässt du die Geschichte während des Schreibens den weiteren Verlauf bestimmen?
Ich habe schon beides gemacht, wobei das exakte Durchplanen für mich nicht gut funktioniert. Ich bin ein mieser Plotter und meine Protagonisten sprengen nur allzu gern den Rahmen und bringen mich dann in Schwierigkeiten. Die übliche Herangehensweise ist, dass ich eine Ausgangssituation und einen Schluß habe. Vielleicht noch ein paar Zwischenstationen, je nach Länge der Geschichte. Diese werden schriftlich fixiert. Dann entwerfe ich die Protagonisten, wobei ich da etwas genauer arbeite. Und dann schreibe ich drauf los. Vieles ergibt sich automatisch, ist zwangsläufig, und daher unnötig zu planen. Ich mags lieber chaotisch, auch wenn das bedeutet, beim Überarbeiten etwas mehr aufräumen zu müssen.
Wie viel Zeit vergeht, zwischen einer fixen Idee und der Fertigstellung eines Buches?
Das hängt ganz vom Umfang der Geschichte ab. Für Unmensch habe ich ein halbes Jahr reine Schreibzeit gebraucht, und dann noch ein paar Wochen fürs Überarbeiten, ein paar weitere Wochen gingen im Vorfeld für Recherche und Planen drauf. Ähnlich war es bei Exzess, ein Survival Horror Roman, der noch nicht erschienen ist. Für das nächste Manuskript habe ich allerdings fürs reine Schreiben grob ein Jahr angepeilt, weil es deutlich umfangreicher werden wird.
Gibt es Momente, in denen du gar keine Ideen mehr hast, oder Schreibunlust?
Nein. Nur Tageszeiten, an denen nichts geht. Ich bin bekennender Morgenmuffel, früh morgens kann ich nicht schreiben. Und Müdigkeit ist auch so eine Spaßbremse.
Muss ein bestimmter Gegenstand immer beim Schreiben dabei sein?
Eine Tastatur ist hilfreich, mit Stift und Papier komme ich nicht gut zurecht. Ich habe eine unleserliche Sauklaue. Kaffee und Musik sind ganz hilfreich.
Wie gehst du mit negativen Rezensionen oder Meinungen um?
Wenn sie konstruktiv formuliert sind, nehme ich sie mir zu Herzen. Lob ist gut für die Seele, aber einzig durch Kritik wird man besser. Und sie holt einen auf den Boden zurück, falls man auf die Idee kommen sollte, abzuheben. Reines Rumgestänker kann ich gut ignorieren, auch wenn ich dafür manchmal einen Moment brauche.
Könntest du dir vorstellen, in einem komplett anderen Genre ein Buch zu veröffentlichen?
Tatsächlich liegt in meiner Schublade noch ein Manuskript zu einem (blutigen) Fantasy-Roman, das ich vor ein paar Jahren zusammen mit einem Freund geschriebe habe. Eine Idee zu einem (blutigen) Science Fiction-Roman existiert ebenfalls. Ob allerdings eines von beidem je das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird, ist fraglich, ich will es aber nicht völlig ausschließen.
Gibt es eine Marotte von dir, die die Öffentlichkeit nicht kennt?
Sehr viele sogar.
Beschreibe dich in 5 Worten
In fünf? Das ist ja schlimmer, als einen Klappentext zu schreiben. Ups, das waren schon elf.
Sönke, vielen lieben Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg beim Schreiben. Ich persönlich wünsche mir noch viel mehr wie "Unmensch" :)