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Autoren-Interviews
Buch-Cover 172,3
Vincent Voss
Vor langer Zeit …
lag Unheil über einem kleinen Dorf bei Lübeck.
Dunkle Mächte – in Gestalt eines fleischgewordenen Wunsches – bedrohten die Dorfgemeinschaft und trieben sie zu einem grausamen Mord.

Heute …
wiegt Viktor Vogel 172,3 Kilogramm. Er wagt einen letzten Versuch, endlich abzunehmen und besiegelt diesen Schwur unfreiwillig mit seinem Blute an jenem unheiligen Ort. Erneut erwacht das Böse und nährt sich an Viktors Pfunden. Unheimliche Vorkommnisse begleiten fortan sein Leben und Viktor begreift: Abnehmen kann tödlich sein! Für ihn und alle, die er liebt!
Verlag: LUZIFER-Verlag
ISBN: 9783943408065
Jessi's Bewertung: starstarstar

Vincent Voss Der Autor
Während seines kulturwissenschaftlichen Studiums war Vincent Voss in unterschiedlichen Berufsfeldern tätig. Von seinen zahlreichen Eindrücken als Pflegehelfer einer akutpsychiatrischen Einrichtung, Qualitätsmanager, Bodyguard, Call-Center-Agent, Tankwart, Fotografen-Assistent und Bestatter zehrt er beim Schreiben.
Der Abschied als Frontmann einer Terrorjazzband im Jahr 2006 bedeutete das zwischenzeitliche Ende, meist düsteren Gedanken eine Stimme geben zu können.
2009 erfolgte die erste Teilnahme an einer Ausschreibung, die erfolgreich endete und somit den Start in eine neue künstlerische Gattung eröffnete.
Heute arbeitet er als Geschäftsführer eines Reiseunternehmens und lebt als glücklicher Vater dreier Kinder im Norden Hamburgs auf dem Land.
Was inspiriert dich zum Schreiben?
Zum Schreiben. Interessant. Ich werde häufiger gefragt Beim Schreiben. Da muss ich nachdenken… Am ehesten ist es ein innerer Druck, der mich schreiben lässt. Es muss raus. Nicht tagtäglich, aber immer irgendwann. Dann kommt eine angeborene Neugier am Leben dazu und eine Faszination für Angst und Liebe.
Wurden Ereignisse oder Personen aus deinem eigenen Leben eingearbeitet?
Jepp. Jedes Werk ist voll davon. Es gibt Geschichten oder Romane, die sind so voll davon, dass es mir beinahe unangenehm ist, es gibt welche, da tauchen sie dezent auf. Aber klar, ich glaube jeder Autor, jede Autorin verarbeitet Lebensereignisse. Die Kunst ist es, sie in eine dem nahen Umfeld unentschlüsselbare Metaphorik zu kleiden. Fies, oder?
Gibt es Vor- und Nachteile des Autorenlebens?
Das Ein- und Auftauchen in Gedankenwelten. Zack, bin ich in der Romanhandlung und überlege beispielsweise im Stau, wie meine Figuren den Zombies entkommen sollen. Nicht-Zack überlege ich abends immer noch, wenn ich vermehrt Sirenen höre und mich ein beklemmendes Gefühl beschleicht. Weitere Vorteile: Man lernt einen Haufen netter neuer Leute kennen. Nachteil: Wie überall gibt es da auch mindestens ein Arschloch.
Sollen deine Bücher eine bestimmte Botschaft übermitteln?
Oh ja, schon. Manch eines mehr, manch eines weniger. Aber ich mache mir zum Beispiel beim Plotten Notizen, wenn sich zum Beispiel ein Kapitel für Kritik welcher Art auch immer eignet. Und manches, das fällt mir dann aber auch erst später auf, kommt aus dem Unbewussten. Das kann manchmal schon krass sein, wenn man seine eigenen Psychopappenheimer darin wiederfindet.
Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?
Ein Schlüsselerlebnis war im Deutsch Leistungskurs die Aufgabe „Die Lore-Ley“ von Heinrich Heine völlig frei zu interpretieren. Erst war ich von dieser Aufgabe angeödet, aber eine Nacht vor der Aufführung/Vorlesung hat es mich gepackt und ich habe daraus eine wütende Performance erschaffen, in der das Publikum mit rohem Fleisch beworfen wird. Die Aufführung im Kurs erinnere ich auch noch gut, ich meine, es herrschte anschließend eine ziemlich erschütterte Stimmung und die Doppelstunde wurde danach abgebrochen. Letztlich hat der Text es bis in die Abi-Aufführung geschafft, wo ich dann meinem Direktor, mit dem ich mich nicht so gut verstanden habe, das Fleisch vor die Füße warf. Das war sozusagen der Stoff, der dann zur Legende wurde, aber unabhängig davon war auch der Text gut. Ich habe die Originalseiten mit Blutspuren immer noch in meinem Koffer jener Dinge, die man bei einem Hausbrand retten sollte. Dann kamen erst mal ganz viele andere Dinge und 2008/2009 fing ich dann wieder an…
Welches ist dein Lieblingsbuch aus der eigenen Feder?
Also ohne Spruch sind es gerade mehrere Sachen, die mich stolz machen. Ich hoffe, ich darf die mal aufzählen. Zum einen ist es die Geschichte „Rotkäppchen und Dr. Wolf“. Sie führt mich an die Grenzen des ekeligen Horrors. Märchenhaft schleicht sie sich im Gewand einer alten Sage an und steigert sich, bis einem schlecht werden kann. Da kann man schon mal gestört kichern, wenn man so was fertig geschrieben hat. Sie ist in der Zwielicht 4 erschienen. Dann die Geschichte „Wellen“. Die in der Anthologie „Mängelexemplare: Dystopische Welten“ erschienen ist. Eine reife, sehr traurige Geschichte, wie ich finde. Die mag ich gerade auch sehr. Und auch sehr, sehr ans Herz gewachsen ist mir die Geschichte „Sei Simon und die Geschichte von UN“ in der Ebook-Anthologie „Exotische Welten“. Sie ist ganz anders, sehr nah wahrscheinlich an meiner Abi-Rede, was den surrealistischen Anteil anbelangt. Ich schätze für einige ist es so, als würde man ein Stück Fleisch ins Gesicht geworfen bekommen und andere werden sie hoffentlich mögen. Künstlerisch ist sie für mich aber herausragend. Bei den längeren Werken mag ich momentan meinen Kurzroman „Ich bin böse!“ aus der Horror Factory sehr gerne. Ich habe jetzt mehrere Male den Anfang vorgelesen und es ist wirklich gruselig geworden. Von daher… auch dieser Roman und die Zusammenarbeit mit Uwe Voehl haben mich, so aus meiner Wahrnehmung, sehr viel weiter gebracht. Und zum Schluss freue ich mich sehr auf meinen Roman „Wasser“, der 2015 im Torsten Low Verlag erscheinen wird. Den zu schreiben hat unglaublich Spaß gemacht, da steckt wohl am meisten von mir selbst drin, von meinen Erlebnissen eben. Umso gespannter bin ich jetzt schon, wie er ankommen wird…
Gibt es Momente, in denen man gar keine Ideen mehr hat, oder Schreibunlust?
Ja. Also mangelnde Ideen weniger, die trägt man dann ja mit sich rum, aber so was wie zumindest Schreibfaulheit kenne ich. Das ist aber in Ordnung, denn meistens ergibt sich daraus, dass ich etwas mit meiner Familie unternehme, anstatt zu schreiben. Und mit eigenen Kindern etwas machen ist für mich nun mal einfacher geiler, als zu schreiben. Aber: Eine Deadline ist eine Deadline ist eine Deadline.
Wie gehst du mit negativen Rezesnionen oder Meinungen um?
Wenn sie inhaltlich stimmig sind, nehme ich sie mir zu Herzen. Ansonsten darf doch jeder sagen, was er denkt. Natürlich ärgere ich mich manchmal, ist ja auch nur allzu menschlich, aber ich glaube, ich ticke deswegen nicht aus.
Könntest du dir vorstellen, in einem komplett anderen Genre ein Buch zu veröffentlichen?
Ja, das kann ich. Wenn die passende Idee dazu kommt. Ich schreibe ja nun schon genreübergreifend Sci-Fi, Thriller und Horror. Fantasy, Liebe, Kinderbücher und Hochliteratur spare ich mir noch auf… Nein, im Ernst, ich kann mir alles vorstellen, weil meine Denke nun mal so ist, aber ich habe keine Pläne oder Ideen in eine andere Richtung bisher.
Beschreibe dich in 5 Worten
Luft, Erde, Feuer, Wasser, Fleisch